96-jähriger ehemaliger Botschafter Ghanas in Deutschland und Lehrer des jungen Kofi Annan ist der älteste Autor im Online-Verlagsgeschäft
Buchcover "The Persistence of Paradox"
(openPR) - Trotz seiner fast 100 Jahre kommt Francis Bartels mit der neuesten Computertechnik und der Nutzung des Internetportals lulu.com gut zurecht.
München im November 2006 – "Man ist nur so alt wie man sich fühlt". Francis Bartels ist der lebende Beweis dafür. Bartels, bekannter Diplomat, Pädagoge und ehemaliger Schulleiter des jungen Kofi Annan, hat seine Memoiren "The Persistence of Paradox" verfasst. Das Buch erscheint am 8. November bei Lulu (www.lulu.com/de), einer Website, die es jedem ermöglicht, seine eigenen Bücher zu veröffentlichen. Mit 96 Jahren ist Francis Bartels Lulus ältester Autor.
Bartels hatte keine Probleme mit der innovativen Technologie, mit der Lulu hochqualitative Bücher im Print-on-Demand Verfahren veröffentlicht. Regelmäßig kommunizierte er per Email, Handy und Internet-Telefon mit Lulu. Peter Freedman, Pressesprecher bei Lulu, erinnert sich: "Er hat sogar einem unserer Praktikanten angeboten, ihm bei der Installation von Skype zu helfen".
"Ich muss wohl schon so um die 80 Jahre alt gewesen sein, als jeder anfing mit Computern zu arbeiten", sagt Bartels. "Und da dachte ich mir: das kannst du auch." Diese Einstellung zieht sich durch sein gesamtes Leben. Bartels weiß, Hürden zu nehmen.
Als Bartels 1933 mit einigen Kommilitonen Urlaub in Deutschland machte, brachte das gewisse Probleme mit sich. Hitler hatte gerade die Macht ergriffen und als Bartels vergnügt mit seinen Freunden in einem Restaurant saß, trat ein NS-Offizier an seinen Tisch. "Als er die neben mir sitzende weiße Studentin zu sich winkte, überlegte ich, was nun als nächstes passieren würde", schreibt Bartels. "Glücklicherweise schnauzte er sie nur an, dass man sich als weißes Mädchen nicht mit Schwarzen herumzutreiben habe ..." Ironischerweise wurde Bartels Jahre später Botschafter von Ghana in Deutschland.
Bartels machte sich einen Namen als Schulleiter an einer der führenden Schulen Ghanas. Unter seinen Schülern befand sich auch ein 17-jähriger Junge, der während der wöchentlichen Englischstunde meist auf dem Boden saß. An diese Stunden kann Bartels sich noch nach mehr als einem halben Jahrhundert gut erinnern.
"Wie es nun einmal in einem Sprachkurs üblich ist, haben wir über weitaus mehr geredet als nur über Grammatik und Vokabeln", schreibt Kofi Annan, Generalsekretär der Vereinten Nationen, in seinem Vorwort zu “The Persistence of Paradox”. "Schulleiter Bartels hat uns immer dazu angehalten, mit offenen Augen in die Welt zu schauen und uns kritisch mit allen Problemen des Alltags und der Welt auseinanderzusetzen." Und genau das hat Kofi Annan wohl auch immer beherzigt.
"Er hat unsere Hoffnungen erfüllt", sagt Bartels über seinen früheren Schüler. Obwohl, nicht ganz - zurückblickend erinnert sich Bartels an Annan auch als herausragenden Athleten: "Er war der Jesse Owens unserer Schule."
Kofi Annan legt sein Amt bei den Vereinten Nationen am 31. Dezember nieder. Bartels dazu: "Ich bin froh, dass er aufhört. Er hat seine Arbeit dort einmal als 'Höllenjob" bezeichnet."
Natürlich ist Bartels stolz auf Annans Leistungen, insbesondere wenn er sich an einen Mentor erinnert, der einst sagte: "Das Ziel eines jeden Lehrers sollte sein, jungen Leuten soviel beizubringen, dass sie besser werden als man selbst."
Mittlerweile arbeitet Bartels an zwei weiteren Büchern. Eines handelt von dem afrikanischen Bildungswesen, das andere wird ein semi-autobiographischer Roman. "Meine Frau meint, dass ich einen ganzen Roman nicht mehr schaffe. Aber ich sehe da kein Problem."
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